Viewshed- und Horizon-Profile-Tools für die Fotoplanung verwenden

Was ist ein Viewshed?

Der Begriff „viewshed“  wurde in den 1960er-Jahren in Anlehnung an „watershed“  geprägt. So wie ein watershed das Gebiet eines Geländes ist, in das Wasser abfliessen kann, ist ein viewshed das Gebiet eines Geländes, das von einem bestimmten Beobachtungspunkt aus zu sehen ist. So wie du eine Insel mitten in einem See sehen kannst, kannst du auch Inseln verdeckter Sicht mitten in einem viewshed beobachten. Ein Hügel, der aus einer sonst flachen Ebene aufragt, verdeckt zum Beispiel die Sicht auf das Land dahinter.

Was ist ein Horizon Profile?

Das horizon profile ist die Menge von Punkten auf einer Karte, die einen Beobachter umgeben und in alle Richtungen die Sichtgrenze markieren. Es ist eine vereinfachte Darstellung der am weitesten entfernten Punkte des viewshed.

Wie Viewshed und Horizon Profile dir bei der Bildplanung helfen

Die Tools Viewshed und Horizon Profile bieten einen Überblick darüber, was von einem bestimmten Punkt aus zu sehen ist – ein grundlegender Aspekt in der Landschafts- und Nachtfotografie. Nutze die Tools, um schnell zu beurteilen, ob ein möglicher Aufnahmeort Blick auf wichtige Wahrzeichen bietet, etwa einen Berggipfel oder ein Tal.

Beide Tools sind extrem schnell zu benutzen und zu aktualisieren. Das bedeutet, dass es völlig problemlos ist, in nur wenigen Minuten mehrere Standorte zu beurteilen und so die vielversprechendsten potenziellen Kamerapositionen für deine Aufnahme zu finden.

360°-Sichtlinien

Das Viewshed-Tool ist, als hättest du eine 360°-Visualisierung der Sichtlinie. Zwar ist es völlig in Ordnung, eine Sichtlinie von Punkt zu Punkt mit dem Geodetics-Tool und dem sekundären Karten-Pin zu beurteilen, aber für Fortgeschrittene ist es am besten, zunächst das Viewshed-Tool zu verwenden. Das ist besonders hilfreich, wenn du Orte erkundest, an denen du gewisse Freiheit hast, welche Elemente in die Szene aufgenommen werden. Wenn du zum Beispiel in Colorado fotografierst und einige der Front-Range-Gipfel in deinem Bild sichtbar sein sollen, du aber nicht unbedingt einen bestimmten Gipfel brauchst, zeigt dir Viewshed auf einen Blick, welche Teilmenge sichtbar sein wird.

Viewshed vs Horizon Profile

Betrachte dieses Foto, das die Rockies an einem frühen Märztag zeigt. Das Bild wurde aus etwa 90 Meilen Entfernung aufgenommen, ungefähr genau östlich, auf der Highway 36. Der höchste Punkt im Foto ist Mount Blue Sky (früher Mount Evans) links der Mitte, direkt über dem grünen Strassenschild:

Mount Blue Sky from Highway 36

Hier ist das viewshed von diesem Standort:

Viewshed from Highway 36

Wenn Viewshed mit der Field-of-View-Überlagerung kombiniert wird, ist es besonders nützlich, um zu sehen, was in einer Aufnahme enthalten sein könnte:

Viewshed and Field-of-View Combined

Vergleiche das Originalfoto sorgfältig mit dem kombinierten Field-of-View- und viewshed-Bild, und du kannst die in beiden dargestellten Bereiche leicht erkennen und zuordnen. Du kannst diesen Aufnahmeplan in TPE sehen, indem du auf diesen Link klickst: Mount Blue Sky from Highway 36.

Als Nächstes kommt das entsprechende Horizon Profile für denselben Kamerastandort (roter Pin):

Highway 36 Horizon Profile

Das horizon profile ist leichter zu lesen und macht die Sichtgrenze glasklar, übermittelt insgesamt aber weniger Informationen als das vollständige viewshed. Ein weiterer Vorteil ist jedoch, dass die Daten des horizon profile als GeoJSON oder KML heruntergeladen und in anderen Tools wie Google Earth verwendet werden können.

Wenn dir ausserdem vor allem wichtig ist zu wissen, ob ein Himmelsobjekt über den topografischen Horizont hinaus sichtbar sein wird, ist das horizon profile ideal. Das horizon profile kann mit TPEs Celestial Calendar verwendet werden, um die jährliche oder monatliche Sichtbarkeit von einem bestimmten Standort aus zu bestimmen. In diesem Beispiel haben wir das horizon profile vom Grandstand im Death Valley, einem Dark-Sky-Gebiet, verwendet, um zu bestimmen, wann der Great Orion Nebula hinter den Bergen im Westen untergehen würde:

M42 setting behind the mountains to the west of the Grandstand, Death Valley

Klicke hier, um diesen Aufnahmeplan in TPE zu sehen.

Zusammenfassung

  • Verwende das Viewshed-Tool, um zu verstehen, was von einem bestimmten potenziellen Kamerastandort aus sichtbar ist
  • Verwende das Horizon Profile-Tool, um die Sichtgrenzen in alle Richtungen zu verstehen
  • Nutze ein Horizon Profile, wenn du Nachtaufnahmen oder Deepscapes planst und aufgrund des Geländes nur eingeschränkte Sicht hast
Veröffentlicht am 10. Juli 2026

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